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06-03-09
Experten kritisieren LichtdopingKategorie:Mediziner und Fachleute kritisieren das sogenannte „Lichtdoping“, bei dem Schulkinder unnatürlich starkem Kunstlicht ausgesetzt werden um leistungsstärker zu werden. Das Projekt „Dynamisches Licht“ wird derzeit an Hamburger Schulen getestet. Lehrer beklagen, dass viele Schüler besonders früh am Morgen verschlafen, unkonzentriert und unaufmerksam sind. Deshalb hat die Die hohe Intensität des Lichts sowie der hohe Blauanteil bewirken einen hohen Ausstoß des Hormons Cortisol, was bei Schülern tatsächlich zu stärkerer Lernleistung und höherer Belastbarkeit führt. Die Lesegeschwindigkeit erhöhte sich sogar um bis zu 35 Prozent. Mit dem Licht können die Lehrer ihre Schüler allerdings auch beruhigen. Wenn sie anfangen unruhig zu werden, können sie die Lichtstärke auf etwa 500 lux, die Farbtemperatur auf etwa 3200 Kelvin dimmen. „Ich habe nun ein Mittel, um die Unterrichtsphasen voneinander abzugrenzen. Die Kinder können sich besser konzentrieren und erbringen bessere Leistungen. Ich bin begeistert“, sagt eine Hamburger Lehrerin. Doch Fachleute kritisieren, dass Schüler einem solchen Experiment unterzogen werden. Gisela Çakir vom Berliner Institut für Arbeits- und Sozialforschun sagt sie fände es besorgniserregend Kinder auf diese Weise zu manipulieren. „Der Hormonhaushalt von Kindern ist sehr empfindlich gegenüber Veränderungen. Es ist erwiesen, dass solche Eingriffe zu Wachstumsveränderungen, Stoffwechselstörungen bis hin zu Fettleibigkeit führen können“, sagt Frau Çakir. „Man gibt den Kindern ja auch keine Drogen. Was hier gemacht wird ist unverantwortlich und falsch“. Die Ergonomie-Forscherin warnt davor, dieses Experiment weiterzuführen und eventuell sogar auf andere Bundesländer zu übertragen. Sie ist prinzipiell dagegen sich auf künstliche Hilfsmittel zu verlassen. „Wir leben heutzutage ja in einer Kunstwelt. Die Der Regensburger Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley widerspricht der Berliner Akademikerin. Er befürwortet den Einsatz von künstlichem Licht und sieht die Gefahren für die Kinder nicht. „Wir benutzen seit den Achtziger Jahren künstliches Licht um Depressionen bei Patienten zu bekämpfen. Dabei haben wir Erfolgsquoten von 70 bis 80 Prozent. Licht ist durchaus ein effektives Mittel um solche Probleme anzugehen“, sagt Herr Zulley. Zulley weiß, dass Trägheit und Müdigkeit der Schüler Probleme sind, die es zu lösen gilt. Er sagt eine gute Möglichkeit wäre beispielsweise die Klassen später anfangen zu lassen. „Besonders Jugendliche haben einen verschobenen Schlafrhythmus – sie gehen weit nach Mitternacht ins Bett und sind früh natürlich müde, weil ihnen der Schlaf fehlt. Es hat viele Experimente gegeben, bei denen die Schule einfach später angefangen hat. Hier ist stets zu guten Ergebnissen gekommen.“ Forscherin Gisela Çakir hält Sport für einen guten Weg um das Problem der unkonzentrierten und unaufmerksamen Schüler anzugehen.
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