|
![]() |
|||||
Bartelsgelände, Gütersloh/D 2005Ausflug in die Vergangenheit ...ziemlich einsam und verlassen wirkt das große Gelände mitten in Gütersloh/D. Nicht aber angsterregend oder unheimlich, viel mehr anziehend... Zerbrochenes Glas knackt unter den Füßen, das Dach der alten Fabrikhalle ist teilweise eingestürzt, überall hat sich die Natur bereits des Ortes bemächtigt - sie hat auf dem toten Areal neues Leben gefunden. Der alte Kesselraum erinnert noch am ehesten daran, dass hier vor mehr als 30 Jahren Menschen gearbeitet haben. Der Kalender zeigt Montag den 14., wir schreiben das Jahr 1971... Mehr als 2000 Besucher verabschiedeten sich vom 2.-3. September im Rahmen einer Kulturveranstaltung der Stadt Gütersloh von der alten Fabrik inmitten der Stadt, die im Frühjahr des nächsten Jahres abgerissen werden soll, um Platz für moderne Wohneinheiten zu machen. Die drei ELDA+ Nachwuchslichtdesigner Ailon Gavish, Tel Aviv/IL, Marco Ludwig, Berlin/D und Philipp Stegmüller, München/D erarbeiteten unter der Leitung von Joachim und Alison Ritter gemeinsam ein Lichtkonzept zur Erinnerung an vergangene Zeiten. Durch fein gesetzte Lichtpunkte akzentuierten sie ehemalige Arbeitsplätze und -maschinen und erweckten sie ein letztes Mal zum Leben. Eine weitere Aufgabe bestand darin, Räume zu definieren und inszenieren. So wurden alte Arbeitsbereiche mit kaltweißem Licht versehen, um sie kalt und tot wirken zu lassen, und Räume, in denen durch die Natur neues Leben erwacht ist, mit warmweissem und dezent farbigem Licht hervorgehoben. Der Verfall, der über die Jahre stattgefunden hatte, wurde in Szene gesetzt. Der Besucher hat das Gefühl, als wäre der Lebenskreislauf des Grundstückes am Ende, als würden die Gebäude sich zurück entwickeln, um dem Neuen Platz zu machen. Durch die gegebene Wegbeleuchtung wurden die Besucher durch das Areal geführt, auf ihrem Ausflug in die Vergangenheit begleitet. Die Besucher haben nicht nur dankbar ein letztes Mal das Areal erfahren können, sondern auch die Bedeutung des Lichtes als Mittel zur bewussten Gestaltung und als Medium der Architektur erkannt. Die Besucherkommentare: „Morbid – interessant. „Durch die Lichtinstallation wirkt alles noch viel besser. Sie bringen die alte Weberei wieder zum Leben.“ (Stefan Kerkenmeier) „Ich bin so begeistert, mir fehlen die Worte. Das sollte als Dauerkunsttempel immer so inszeniert werden.“ (Lisa Ott) „Eine wirklich urbane Kunst, die im besten Sinne den hier stattfindenden Transformationsprozess audiovisuell in Szene setzt“. (Walter Hauer) „Durch das Licht sieht man viele Details, auf die man sonst vielleicht nicht geachtet hätte. Außerdem hat es was unheimliches, schönes, morbides, gruseliges, romantisches, nostalgisches, immer wieder Spannendes. Danke dafür!“. (Ingrid Krauicz) Projektleitung: Designer: |