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Alingsås/S 2008Inside / Outside
Es ist Freitagabend in einer schwedischen Kleinstadt. Der Marktplatz in Alingsås ist wohl gefüllt. Eine Gruppe von 30 Trommlern spielen ihre mitreißenden Rhythmen vor einer kleinen Bühne. Kjell Hult, der Chef der Kommune betritt die Bühne um alle Anwesenden zu begrüßen. Die Italienerin Susanna Antico und ihre Gruppe haben in zwei typischen schwedischen Hinterhöfen, den Sunyards gearbeitet. Der Name ist Programm; aber nur während des Tages. Der vordere Teil des Hofes, durchzogen von kleinen Inseln die Wege formen, wird in der Dunkelheit nur von den an den Haustüren angebrachten Leuchten und einer viel zu hellen Straßenleuchte in der Mitte des Hofes illuminiert. Schlendert man die Einkaufstraße in Alingsås herunter, sieht man links und rechts viele Geschäfte. Nicht aber das Projekt des Lichtdesigners Gary Campell und seiner Gruppe. Versteckt, durch einen kleinen blau beleuchteten Tunnel zu erreichen, betritt man ein kleines Wunderland. Die Entdeckungsreise beginnt schon im Eingangsbereich. Hinter dem Tor ist ein Spiegel versteckter der sanft wechselnd einen Hauch blau-türkises Licht auf die gegenüberstehende Wand und auf die Decke wirft. Ein Kronleuchter empfängt die Besucher und bereitet sie auf das vor, was dieser typische schwedische Hinterhof für sie bereithält. Sein Schatten wird an eine weiße Häuserwand reflektiert. Die kleinen Kanaldeckel sind von innen beleucgtet und sein Gitter wirft Schatten auf die Personen die über sie hinweggehen. Eine alte grüne Pumpe strahlt vor neuer Energie und seine längst trockene Quelle wird wieder zum Leben erweckt. Farbenroh, aber nicht zu bunt beleuchtet findet man seinen Weg zu den kleinen Geschäften und den Cafes, die sich hier verstecken. Man fühlt sich wie in einem bunten Zimmer. Der Mond schaut von einer Hausfassade aus in den Hof. Mission Vision ist das Thema für die Missionskirche von Alingsås. Nüchtern steckt diese in einer Häuserfront. Als Kirche ist sie wirklich schwer zu erkennen. In der Nacht verschwindet sie ganz. Mit ihr ihre Symbole und damit ihre Identität. Sie ist ein Gebäude von vielen hier in der Straße. Georgios Paissidis und Iva Vassileva haben es sich mit ihrer Gruppe zur Aufgabe gemacht das zu ändern; der Kirche bei Nacht eine Identität zu geben. Architektonische Merkmale hat das Gebäude kaum, deswegen konzentriert sich das Konzept auf die Symbole der Kirche, wie zum Beispiel das Kreuz auf dem Dach oder die sieben Fenster über dem Eingang. Der Name der Kirche steht stolz, in goldenen Lettern über der Eingangstür. Im Gesamtbild eine Harmonie zwischen Gebäude und Symbolen zu schaffen das ist hier wirklich gelungen. Etwas von der Innenstadt abgelegen liegt die Stampens Kvarn, eine rote alte Mühle an einem kleinen Fluss. Sie liegt schon lange still und dient heute als Museum. Doch der Lichtdesigner Berry van Egten und seine Gruppe haben die Mühle geweckt; ihr neues Leben eingehaucht. Der Bahnhof einer Stadt sollte das Aushängeschild jener sein. Dieses ist in Alingsås nicht der Fall. Was sollte ein Parkplatz ausstrahlen wenn man in der Dunkelheit sein Auto verlässt? Ein Gefühl von Sicherheit! Der Parkplatz, den die Designerinnen Lotta Löfgren und Karolina Hahn als Workshop Projekt hatten hat dieses nicht ausgestrahlt. - Bis die beiden Schwedinnen und ihre Gruppe sich ihm annahmen. Die Zeit in Alingsås hat wieder gezeigt, dass Licht(design) nicht nur Fachpublikum anzieht. Es zieht alle an, wir brauchen Licht und sind von ihm fasziniert. Du und ich und auch der Kegelverein aus dem Schwarzwald, den wir am Eröffnungsabend in Gary’s Yard getroffen haben. Alle vereint in der Lichtstadt Europas – Alingsås. |